Hermann Flade Todesursache

Hermann Flade Todesursache
Hermann Flade Todesursache

Hermann Flade Todesursache | Hermann Flade wurde 1932 in der bayerischen Provinz Unterfranken geboren. 1936 zog er mit seiner Mutter und seinem Stiefvater nach Olbernhau, eine kleine Industriestadt im sächsischen Bergbaurevier nahe der böhmischen Grenze.

Bevor die Familie 1942 ins 80 Kilometer entfernte Dresden übersiedelte, begann er dort seine Ausbildung. Flades Eltern vermittelten ihm einen tiefen Glauben an den römischen Katholizismus.

Flade trat im selben Jahr, in dem er nach Dreden kam, der deutschen Jugendabteilung der Hitlerjugend bei. Zwei Jahre später trat er aus der Bewegung aus, was für einen damals Zwölfjährigen eine mutige und seltene Entscheidung war.

Flade kam 1944 in die Realschule. Nach dem Brandanschlag auf Dresden im Februar 1945 kehrte er mit seiner Mutter nach Olbernhau zurück.

Der Angeklagte war einer der wenigen Menschen, deren Reaktionen nicht von den Organisatoren des Prozesses festgelegt worden waren. Er widerlegte die Tatsachen nicht, sondern rationalisierte sein Vorgehen, sehr zum Leidwesen des Gerichts: „Ich habe mir gesagt, dass man bei einer Wahl von verschiedenen Leuten hören muss.

Ich musste es nachts im Geheimen tun, weil ich konnte.“ Ich mache es nicht öffentlich, sonst wäre ich von der Schule geflogen.” „Ich sagte mir, wenn es eine Abstimmung gäbe, würde eine andere Stimme gehört werden.

Weil ich es nicht offen machen konnte, weil ich die Schule verlassen müsste, musste ich es nachts im Geheimen machen“ (Flades hektischer Ausbruch „I adore liberty!“ war auch nicht einstudiert oder fabriziert.“ Ich liebe die Freiheit”), die die Anwesenden sowie Radiohörer im Verlauf der Anhörung hörten.

Flade war zehn Jahre alt, als er am Tag vor der ersten Volkskammerwahl in der DDR 1950 in seiner Heimatstadt Olbernhau selbst gedruckte Flugblätter verteilte. „Dass dieses Regime früher oder später zu Ende gehen wird“, stand auf einem der Zettel.

„Die Gans latscht wie Pieck, schnattert wie Grotewohl und ist gerupft wie das deutsche Volk“, sagte ein anderer. Flades Tun wurde infolge einer Liebesaffäre von einer Polizeistreife entdeckt.

Als sie sich ihm näherte, zog er ein Messer und verletzte die männlichen Polizisten. Er konnte fliehen, aber es war für Polizei und Sicherheitskräfte eine Kleinigkeit, ihn aufzuspüren und ihn am nächsten Tag festzunehmen.

Grundlage für diese Entscheidung war, wie in vielen anderen politischen Fällen, Artikel 6 der DDR-Verfassung von 1949: „Boykotttheken gegen demokratische Einrichtungen und Organisationen sind Straftaten nach dem Gesetz. Die Ausübung demokratischer Rechte im Einklang mit der Verfassung ist keine Verbrechen.”

Obwohl er nicht als Strafgesetzbuch konzipiert war, erklärte das Oberste Gericht der DDR Artikel 6 zu einem sofort anwendbaren Strafgesetzbuch.

Das Fehlen einer genauen Definition der “Boykotthetze” sowie die Freilassung des Strafrahmens erlaubten es der Justiz, jegliches atypische politische Verhalten mit den härtesten Strafen zu belegen.

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